KI und die Public Cloud

Machine Learning as a Service (MLaaS)

von Bernhard Haselbauer

Neue cloudbasierte KI-Services wie Machine Learning lassen innovative Geschäftsmodelle und Produkte entstehen und Rechenzentren liefern dafür die nötige Rechenleistung. Im Gepäck haben Data Center nicht nur viele Chancen für Unternehmen – sondern auch eine ganze Reihe von Anforderungen an sich selbst, denn KI-Vorgänge arbeiten mit enormen Datenmengen und bringen so manches System an seine Leistungsgrenzen. Dennoch profitieren auch Rechenzentren von den neuen Technologien. Google konnte durch KI und ML seinen Stromverbrauch um ca. 40 Prozent senken.

Untersuchungszeitraum 2018, Quelle: Rene Buest, http://renebuest.com

Die Analysten von Gartner sagen voraus, dass bis 2020 jedes dritte Rechenzentrum, das keine künstliche Intelligenz erfolgreich nutzt, seine „operative und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit verlieren“ wird.
Anbieter wie Amazon Web Services, Google und Microsoft punkten momentan mit KI-bezogenen Cloud-Services und investieren viel Geld in die neuen Technologien. Gerade der einfache Einstieg und die Bedienbarkeit dieser Services stehen im Vordergrund, weshalb die Betreiber hier bereits vorgefertigte KIs für spezielle Einsatzzwecke zur Verfügung stellen. So lassen sich die Prozesse relativ einfach in den Arbeitsablauf der Kunden integrieren. Kleine und mittlere Unternehmen haben nun die Möglichkeit, durch die Public-Cloud-Anbieter Technologien wie maschinelles Lernen zu nutzen, um neue intelligente Produkte zu entwickeln.

Untersuchungszeitraum 2018, Quelle: Rene Buest, http://renebuest.com

Ziel ist es nun, dass Unternehmen die neuen KI-as-a-Service-Dienstleistungen in ihre Produkt- und Dienstleistungsstrategie implementieren. Es gibt eine Reihe von MLaaS-Angeboten für Unternehmen, darunter „Natural Language Processing“ (NLP), Computer Vision, KI-Plattformen und andere Machine-Learning-APIs. Amazon, Google, Microsoft und IBM bieten verschiedene Dienste für maschinelle Lernfunktionalitäten an. Darüber hinaus können die verschiedenen KI-Tools einzigartige Auswirkungen auf viele Aspekte der digitalen Transformation in Unternehmen haben.

In Deutschland versucht man auch am Ball zu bleiben und mit der geplanten Europa-Cloud sollen europäische Unternehmen eine Alternative zu Amazon, Microsoft und Co. erhalten. Vertreter der deutschen Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft wollen gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern die nächste Generation einer Dateninfrastruktur für Europa generieren.

Mit GAIA-X soll vielmehr für den europäischen Mittelstand eine Wahlfreiheit geschaffen werden, auf welchen Servern sensible Daten gelagert werden.

Das „Projekt GAIA-X“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sieht die Vernetzung dezentraler Infrastrukturdienste, insb. Cloud- und Edge-Instanzen, zu einem homogenen, nutzerfreundlichen System vor. Die daraus entstehende vernetzte Form der Dateninfrastruktur stärkt sowohl die digitale Souveränität der Nachfrager von Cloud-Dienstleistungen als auch die Skalierungsfähigkeit und Wettbewerbsposition europäischer Cloud-Anbieter. Die neue Cloud-Lösung soll aber nicht als Konkurrenz zu den etablierten US-Anbietern, sondern mit deren Hilfe als Infrastrukturdienstleister als Ergänzung aufgebaut werden.

Mit GAIA-X soll vielmehr für den europäischen Mittelstand eine Wahlfreiheit geschaffen werden, auf welchen Servern und mit welchen Sicherheitsstandards sensible Daten gelagert werden. //

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