Was nützt künstliche Intelligenz?

Zielgerichtet unternehmensspezifische Einsatzmöglichkeiten aufdecken

von Ulrich Ahle

Künstliche Intelligenz bietet die Möglichkeit, aus enormen ungeordneten Datenmengen relevante Informationen zu extrahieren und diese in Form von Wissen zu generalisieren. Die Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz sind enorm vielfältig, sodass Unternehmen und Organisationen vor der Herausforderung stehen, den spezifischen Nutzen für sich zu identifizieren.

KI-Algorithmen arbeiten mit Daten. Häufig sind diese Daten jedoch in Silos organisiert, ohne die Möglichkeit, diese Daten für KI-Anwendungen verfügbar zu machen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, diese Datensilos aufzubrechen und die Daten auf Integrationsplattformen verfügbar zu machen.

Standards sind der einzige Weg: Ein wesentlicher Bestandteil jeder KI-Plattforminfrastruktur wird die Komponente sein, über die Daten in Echtzeit verfügbar gemacht werden können. Diese Daten werden dann von den ausgewählten KI-Algorithmen / -Produkten verarbeitet und für intelligente Anwendungen und Services genutzt.

Die Nutzung solcher Standards für die Datenbereitstellung und den Datenaustausch (Standard-API) führt zu einer deutlichen Senkung der Entwicklungskosten durch alle am Ökosystem beteiligten Akteure neben dem Schutz ihrer Investitionen. Darüber hinaus kann die Nutzung einer Standard-API dazu beitragen, dass man sich nicht an eine bestimmte KI-Lösung, ein bestimmtes Tool oder eine bestimmte Plattform gebunden fühlt.

Bestehende Erfolg versprechende KI-Anwendungen lassen sich häufig nicht in der Breite vermarkten,
da den Lösungsanbietern der ausreichende Kundenkontakt aus der Industrie fehlt.

Neben diesen technischen Fragestellungen mangelt es in Unternehmen häufig an der notwendigen KI-Expertise, um zielgerichtet die unternehmensspezifischen Einsatzmöglichkeiten aufzudecken und die Implementierung Erfolg versprechender Ansätze durchzuführen.

Diese Spezifität unternehmensseitiger Einsatzmöglichkeiten von KI-Anwendungen wird durch die Branche und Art des Anwenderunternehmens stark beeinflusst. So mangelt es aufseiten der KI-Experten an entsprechendem Domänenwissen, um KI-Lösungen anwenderorientiert zu entwickeln. Bestehende Erfolg versprechende KI-Anwendungen lassen sich häufig nicht in der Breite vermarkten, da den Lösungsanbietern der ausreichende Kundenkontakt aus der Industrie fehlt.

Im September 2019 hat die FIWARE Foundation zusammen mit Partnern ein mit über 10 Millionen Euro vom Bundeswirtschaftministerium gefördertes Projekt mit dem Titel „KI-Marktplatz“ gewonnen.

Ökosystem für künstliche Intelligenz


  • FIWARE konzentriert sich auf eine Standardmethode, um Kontextdaten zu modellieren und über eine Standard-API zu verarbeiten: die FIWARE NGSI API. Im Januar 2019 veröffentlichte die globale Standardisierungsorganisation ETSI den Standard für das Kontextinformationsmanagement im ersten Schritt im Bereich Smart Cities. Dieser Standard trägt den Namen NGSI-LD und basiert auf Fiware.


  • Die FIWARE-Context-Broker-Techno­lo­gie, die die FIWARE NGSI API implementiert, wurde jetzt von der Europäischen Kommission als Standard-Baustein für die Realisierung des einheitlichen digitalen Marktes der Europäischen Union ausgewählt. Das zugrunde liegende Rahmenprogramm trägt den Titel „Connecting Europe Facility (CEF) Building Blocks“. Diese Bausteine werden von der Europäischen Kommission an die Mitgliedsstaaten zur Verwendung bei der Realisierung digitaler Lösungen empfohlen.


  • Neben der Frage, wie Daten übertragen werden, muss auch die Frage, welche Daten übertragen werden sollen, beantwortet werden, wenn man die Realisierung von Lösungen im Bereich KI vereinfachen will. TM Forum (die globale Organisation von Telco- und IT-Unternehmen) und die FIWARE Foundation haben die Definition solcher einheitlicher Datenmodelle zunächst im Bereich der Smart Cities gestartet. Ähnliche Initiativen werden für andere Bereiche wie Landwirtschaft, Energietechnik oder Industrie 4.0 folgen.


  • Die Fähigkeit, die Souveränität über Daten auszuüben, ist ein wesentliches Merkmal, das auf einer KI-Plattform-Infrastruktur unterstützt werden sollte. FIWARE bringt wesentliche Plattformkomponenten rund um die FIWARE-Context-Broker-Technologie mit, die es ermöglichen, die Souveränität über Daten zu bewahren: Anbieter von Kontextdaten können Richtlinien festlegen, wer wann, von wo und für welche Zwecke auf welchen Teil der von ihnen bereitgestellten Kontextdaten zugreifen darf. Es kann somit nicht nur vertraglich festgelegt, sondern auch technisch erzwungen werden, was ein Empfänger von Daten mit diesen Daten machen darf und kann.


  • FIWARE bietet zudem Komponenten zur Monetarisierung von Daten. Die Unterstützung solcher Data-Economy-Konzepte wird für die Schaffung eines nachhaltigen Modells für eine KI-Plattforminfrastruktur unerlässlich sein, da KI-Technologien und -Lösungen somit auf innovativen Geschäftsmodellen aufbauen können, die die Monetarisierung der von ihnen erzeugten Daten zum Ziel haben.

Ziel dieses zukunftsweisenden Projektes ist es, Anbieter von KI-Lösungen und Nutzer auf einem digitalen KI-Marktplatz zusammenzuführen. Wie im FIWARE-Umfeld üblich, wird auch in diesem Projekt auf die Verwendung von Open-Source-Technologie gesetzt, die zusammen mit offenen Schnittstellen und Standard-Datenmodellen sogenannte Vendor-Lock-in-Situationen vermeidet. //

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